Samstag, 20. April 2019

Strategischer Aktionismus


Die Notwendigkeit der gezielten Neukundengewinnung, in die uns unser unsicher gewordener Maschinenbaukunde gebracht hat, fördert ganz neue Züge bei meiner Geschäftsleitung zutage. Gerade Rainer König übertrifft sich darin, immer neue Ansprüche an einen neuen Alternativkunden zu formulieren. Es scheint, als wäre er richtig auf den Geschmack gekommen, sein Agenturschiff nicht nur unter Dampf zu halten, sondern auch strategisch auszurichten. Okay, eine klare Positionierung der Agentur gibt es immer noch nicht und natürlich muss auch dieses Mal alles möglichst schnell gehen. Aber dennoch; es ist nicht mehr jede Lösung willkommen und Silke Sommer scheint sich immer mehr mit ihrer Art durchzusetzen, von einem – vermutlich nur ihr bekannten – Ziel her die Dinge anzugehen.

Samstag, 13. April 2019

Kundenverlust kündigt sich an


Ein Montagmorgen, wie er exemplarischer nicht sein könnte. Regen, Kälte, Verkehrschaos aufgrund eines Wasserrohrbruchs und eine besonders lange Schlange in dem Kaffeeladen. Als ich schließlich in der Agentur eintreffe, werde ich von Natalie angewiesen, direkt in das Büro von Silke Sommer, meiner Geschäftsführerin zu gehen. Rainer König ist bereits da.
Ohne Umschweife setzen sie mich davon in Kenntnis, dass unser langjähriger Maschinenbaukunde in absehbarer Zeit verloren gehen könnte. Er wurde von einem ausländischen Investor übernommen und keiner weiß derzeit irgendetwas in Bezug auf eine zukünftige Entwicklung. Derzeit beschäftigt dieser Kunde mindestens sechs Mitarbeiter der Agentur und einige Freie, deren Weiterbeschäftigung ohne sein Auftragsvolumen nicht möglich wäre. Daher gilt es ab sofort, gegenzusteuern und den drohenden Verlust durch einen neuen Kunden auszugleichen.

Samstag, 6. April 2019

Intensität der Ansprache


In dieser Nacht (Freitag/Samstag) hatte ich eine Begegnung der besonderen Art. Ich wohne in der Düsseldorfer Altstadt; zwischen Bolker Straße und dem Ratinger Tor. Ich liebe diese Location, da sie zentraler nicht sein könnte. Wenige Gehminuten bis ins Büro oder ins pralle Nachtleben. Und neben den vielen Touristen – speziell in der Bolker Straße –  besteht sie immer noch aus vielen „Düsseldorfer Originalen“. Ich befand mich auf dem Heimweg, als ich einer Gruppe junger Mädchen begegnete. Offensichtlich feierten sie einen Junggesellinnenabschied (JGA), was hier keine Seltenheit ist. Jedenfalls waren sie phantasievoll gebrandet, ziemlich alkoholisiert und alles andere als unauffällig. Zwei von ihnen kamen direkt auf mich zu. Während mich eine gleich auf den Mund küsste, ging mir eine andere direkt an den Gürtel. Nach einer ersten Schrecksekunde gelang es mir, dieser Attacke humorvoll zu begegnen. Ihre Absichten waren eindeutig und ich kann nicht sagen, dass die Mädels unattraktiv waren. Vermutlich wäre es ein leichtes gewesen, diese Attacke ein paar Schritte entfernt in meinem Appartement in eine freudvolle Party zu verwandeln. Doch es war einfach „too much“. 

Samstag, 30. März 2019

Außenwirkung


Heute Morgen erschien ich mit zwei Coffee to go in der Agentur. Extra etwas früher als sonst. Natalie vom Empfang war schon da, weil ihre Arbeitszeit bereits um 8:30 beginnt. Ich überreichte ihr einen der Becher und zauberte dadurch ein Lächeln in ihr Gesicht. „Für mich?“, fragte sie und konnte ihr Glück kaum fassen. Allerdings hielt dieses Glücksgefühl nicht lange an. Nach lobenden Worten über ihre positive Erscheinung und den guten Eindruck, den sie stets auf die Besucher der Agentur macht, legte ich mein Handy auf den Tresen und spielte ihr die Aufzeichnung eines Telefonanrufs vor, den ich gestern auf die Zentralnummer der Agentur machte. Natalie hörte ihre Meldung und erschrak ein wenig. Ungeachtet dessen reagierte sie ungehalten. Was das denn für Methoden sein, wollte sie wissen. Ihr Kaffee drohte unberührt kalt zu werden.

Samstag, 23. März 2019

Bin auch ich eine Marke?


Mein Freund Mark ruft an. Ihm ist gerade von seiner Agentur gekündigt worden. Der Hauptkunde hat seinen Rückzug angekündigt und nun muss an allen Stellen eingespart werden. Ja, so kann es kommen. Auf Facebook habe er allerdings den Kontakt zu einem unserer ehemaligen Kommilitonen wiedergefunden und der hätte evtl. etwas Neues für ihn.  Facebook? Ich dachte, da würde man nur Sportergebnisse und Schminktipps austauschen. Während ich so darüber nachdenke, wie sehr sich Mark immer für seine Agentur ins Zeug gelegt hat, wird mir klar, wie abhängig man als Mitarbeiter ist. Es sei denn, man ist so gut, dass sich die richtigen Arbeitgeber bereits um einen bemühen und man so stets eine gute Alternative zu dem bestehenden Arbeitsverhältnis hat. Das bringt mich auf den Gedanken, dass auch ich als Mitarbeiter mit Außenwirkung einen Markenstatus erreichen könnte.

Samstag, 16. März 2019

Das Webinar als Trojaner


Die immer noch fehlenden Angaben darüber, in welche Richtung sich die Agentur denn künftig bewegen soll, wen genau wir ansprechen wollen und was wir dann anbieten, hindern mich immer noch daran, in der gelernten und gewohnten Weise zu verfahren. Okay, es ist nicht so, als hätte ich nichts zu tun. Allein die Aufbereitung von Daten könnte mich voll auslasten. Auch die Bewerbungen auf Ausschreibungen fordern mich zunehmend. Das für mich Interessante an der Situation ist aber, dass ich nicht aufhören kann, über immer neue Möglichkeiten einer Zielgruppenansprache nachzudenken. Auch wenn Zielgruppen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht definiert sind.

Samstag, 9. März 2019

Schluss mit dem Datenchaos


Als ich in dieser Agentur anfing, gab es fünf Aktenordner mit Kopien von Anschreiben, ein paar Einträge in dem Agenturprogramm und zahlreiche Adressdaten in Outlook. Schließlich finde ich noch eine EXCEL-Liste, die wohl mal die Datengrundlage für eine Massenmail darstellte. Meine eigenen Notizen, die ich von Gesprächen mit Kunden und sonstigen Personen angefertigt habe, sind ebenfalls auf diverse Pro-gramme, Skriptbücher etc. verteilt. Wollte ich mir in diesem Moment die Frage beantworten, wie viele - oder gar welche - Kontakte die interessantesten sind, wäre ich allein auf mein Erinnerungsvermögen angewiesen. Das fühlt sich nicht gut an. Ich beschließe, für meine Belange ein CRM-System zum Einsatz zu bringen.